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Sotschi Olympische Spiele 2014: Kritik und Probleme mehren sich
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07.06.2009

Sotschi Olympische Spiele 2014: Kritik und Probleme mehren sich

Autor: Christoph Walter


07.06.2009 - Die XXII. Olympische Winterspiele werden vom 7. bis 23. Februar 2014 in der russischen Stadt Sotschi stattfinden. Mit einem Etat von 12 Milliarden Euro gelang es dem damaligen russischen Präsidenten Putin die Olympiade in die Stadt an der sogenannten russischen Rivera am Schwarzen Meer zu holen. Damit werden 2014 zum ersten Mal olympische Winterspielen in dem flächenmäßig größten Land der Erde stattfinden. Jedoch müssen fast alle Wintersportanlagen neu errichtet werden, da in der subtropischen Stadt Sotchi keinerlei Wintersportanlagen vorhanden sind.

Bürger kritisieren Standortwahl und Geldverschwändung

Doch die Finanz- und Wirtschaftskrise macht auch vor Russland nicht Halt, sodass die russische Regierung das staatliche Beteiligungsbudget um satte 420 Millionen Euro verringern musste, wie diese Woche durch Dimitri Kozak, den stellvertretenden russischen Ministerpräsident und Sonderbeauftragter für Olympia 2014, bekannt gegeben wurde. Die Kritiker des Projekts Sotschi 2014 sehen sich durch die auftretenden Finanzierungsprobleme bestätigt, denn für sie war es von vorneherein ein finanzieller wie ökologischer Wahnsinn, dass Putin die Olympischen Spiele in eine subtropische Stadt, wie Sotschi, holte. Hierbei muss erwähnt werden, dass Putin sich höchstwahrscheinlich nur deshalb Sotchi als Stätte der ersten russischen olympischen Winterspiele auswählte, weil sich in eben dieser gut 300.000 Einwohner zählende Stadt am Schwarzen Meer Ex-Premierminister Putins Sommersitz befindet. Das politische Oppositionsbündnis Solidarnost, das in letzter Zeit immer mehr unter Einschüchterungsversuchen von Geheimdienstmitarbeitern sowie entschädigungslosen Enteignungen zu leiden hatte, ermahnte stets, dass der finanzielle Aufwand für das Erstellen von Eishallen in keinem Verhältnis zum Nutzen steht, da nach den Olympischen Spielen das Eisstadion allenfalls als Basar zu benutzen sei, da die Stadt Sotchi bei den in den Subtropen vorherrschenden Temperaturen keinesfalls in der Lage sei die hohen Energiekosten für den Betrieb eines Eisstadtions nach der Olympiade zu stemmen.

Um sich ein Bild zu machen: Klima in Sotschi

Das Klima der Küstenzone Sotschis ist subtropisch mit langen, heißen Sommern, warmem Herbst und kurzen, milden Wintern. Ursache ist die geschützte Lage durch die nahe an das Meer herantretenden Kämme des Kaukasus, welche allerdings auch relativen Niederschlagsreichtum bedingen. Die Jahresmitteltemperatur beträgt etwa 14 °C. Kälteste Monate sind Januar und Februar mit etwa 6 °C, wärmste Monate Juli und August mit etwa 23 °C. Wobei die mittlere Temperatur des diesjährigen Februars +10°C betrug und somit alles andere als typisch winterliche Verhältnisse vorherrschten.

Allerdings werden die olympischen Skiwettbewerbe in den Genuss eines winterlichen Ambientes kommen, denn sowohl die alpinen als auch die nordischen Wettbewerbe werden in den Gebirgslagen der Stadt, wie der knapp 600 Meter hoch gelegenen Krasnaja Poljana (übersetzt Rote Waldwiese)ausgetragen. Dort ist die durchschnittliche Temperatur im Winter um einiges geringer, sodass von Dezember bis Mai eine geschlossene Schneedecke garantiert ist.

Zeitverzug und steigende Kosten führen zu Personalwechsel

Da es neben der Standortkritik der Bürger in der letzten Zeit auch vermehrt aus Regierungskreisen zu Kritik in Sachen Aussehen der geplanten Bauten sowie dem hinter dem Zeitplan liegenden Baufortschritt kam, hat Russlands Ministerpräsident Vladimir Putin nun mit der Ernennung einer neuen Bauleitung den Druck zur Vorbereitung der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi erhöht. Der Gründer der russischen Brauerei Baltika, Taimuras Bollojev, leitet künftig die für den Bau der Sportanlagen zuständige Firma Olympstroi. Der 56 Jahre alte Bauunternehmer sei verantwortlich für Kostenkontrolle und die Einhaltung der Zeitpläne, sagte Putin am Samstag. In seiner Residenz Novo-Ogarjovo bei Moskau verabschiedete Putin den bisherigen Olympstroi-Chef Viktor Kolodjaschny, der nach gut einem Jahr nach der offiziellen Version aus persönlichen Gründen den Posten abgab. Zuvor hatte auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) bereits im Mai ein stärkeres Engagement Russlands bei der Vorbereitung der Winterspiele angemahnt.

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