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Dramatisches Finale in Oberstdorf - Romören gibt Titel noch aus der Hand
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24.02.2008

Dramatisches Finale in Oberstdorf - Romören gibt Titel noch aus der Hand

Info: Skifliegen Weltmeisterschaften in Oberstdorf
Autor: Stefan Holle


Das Skispringen (in diesem Fall Skifliegen) kann schon mal hart sein. Da fliegt man beinahe in jedem Durchgang einer Skiflug-WM am weitesten, verpasst aber dann doch den Titel. So erging es auch heute dem Österreicher Martin Koch. Denn im allerletzten Flug landete der Kärntner schon bei 201,5 m, und musste seinem Landsmann Gregor Schlierenzauer sogar noch den Vortritt lassen.

Der wiederum bricht alle Rekorde. Gerade mal 18 Jahre alt, und dazu noch zum ersten mal überhaupt beim Skifliegen gewesen. Noch in den Trainingseinheiten am Donnerstag sah alles bei Gregor Schlierenzauer sehr vorsichtig aus. Somit hatte auch niemand den Tiroler im Bezug auf den Titel wirklich auf der Rechnung. Doch Stück für Stück kämpfte sich der Youngster Richtung Spitzenplatz. Mit 212, und 217, 5 m lag der Schüler aus Fulpmes bereits auf Rang 2, nach dem ersten Tag, vor ihm nur noch der Norweger Björn-Einar Romören. Doch lediglich 2,2 Punkte trennten die beiden. Gar nur 0,6 Punkte Rückstand hatte Martin koch als Dritter auf Schlierenzauer. Somit war ein spannendes Finale vorprogrammiert. Ganz so weit wie gestern sollte es aber dann heute nicht gehen. 208, 5 und 211, 5 m lauteten am Ende die Weiten für den neuen Weltmeister. Eigentlich zwei Werte, die den bisherigen Weitenkönig Martin Koch nicht sonderlich schockieren sollten. Dementsprechend liess der Villacher auch gleich atemberaubende 213 m in Durchgang 1 folgen. Nach diesem Flug gab es eigentlich nur noch kaum Zweifel, wer der neue Skiflug-Weltmeister werden würde, denn heute passte es bei Martin Koch im Vergleich zu gestern auch in Sachen Haltungsnoten. Allerdings wird eine Skiflug-WM in vier Durchgängen ausgetragen. Noch einmal musste also auch Martin Koch, der viel zu selten zuvor in der Position des Führenden in den letzten Durchgang ging, die Heini-Klopfer- Skiflugschanze hinunter segeln. Und seine mangelnde Erfahrung machte ihm wohl am Ende den entscheidenden Strich durch die Rechnung. Nur 201, 5 m reichten plötzlich nicht mehr für das oberste Treppchen. Entsprechend musste der Kärntner von seinem Mannschaftskollegen getröstet werden. Darunter eben auch der neue Weltmeister Gregor Schlierenzauer.

Einen österreichischen Dreifach-Triumph konnte übrigens nur der Finne Janne Ahonen verhindern. Der Finne bot zwar heute keine absoluten Spitzenweiten an, doch 209 und 208 m waren konstant genug, damit sich der Familienvater aus Lahti die Bronzemedaille sichern konnte. Doch an seinem Gesichtsausdruck konnte man erkennen, dass er eigentlich sogar noch ein bisschen mehr wollte. Noch viel früher als Martin Koch musste Björn-Einar Romören alle Hoffnungen auf die Goldmedaille im Sande begraben. Der 26-jährige Draufgänger aus der Nähe von Oslo riskierte schon in Durchgang 1 zu viel, und landete bereits bei 198, 5 m. Nach diesem Versuch war der BWL-Student offensichtlich so enttäuscht, dass er sogar nur 196, 5 m folgen lassen konnte. Somit muss der aktuelle Skiflug-Weltrekordler wieder 2 Jahre warten, um seinen Traum von einem Titel im Einzelfliegen verwirklichen zu können. Mannschaftlich waren übrigens heute nicht die Österreicher ganz vorne, sondern das Team aus Finnland. Denn auf den Plätzen 5 und 6 folgten schon die Youngster Janne Happonen und Harri Olli. Mit diesem geschlossenen Auftreten können die Finnen sogar morgen aus dem Zweikampf um Gold einen Dreikampf machen. Denn die nach Willingen favorisierten Norweger mussten doch heute deutlich federn lassen. Erst auf den Plätzen 10 und 11 folgten mit Anders Jacobsen und Tom Hilde die nächsten Vikinger. Auch der vorzeitige Sieger des Gesamtweltcups offenbarte heute deutliche Schwächen. 194, 5 und 193, 5 m bedeuteten heute nur Rang 7 für Thomas Morgenstern, der nach seinem Wettkampf auch sichtlich enttäuscht war. Doch auch eine offensichtliche Müdigkeit nach all den Wettkämpfen war dem Kärntner heute anzusehen.

Aus deutscher Sicht endete der Wettkampf mit dem erwarteten Mittelmaß. Selbst Martin Schmitt konnte nicht mehr in die Top 10 fliegen, sondern sackte von Rang 12 sogar noch auf Rang 15 ab. Auch Michael Uhrmann und Michael Neumayer konnten heute nicht mehr wirklich zulegen, wobei wenigsten Michael Neumayer in Durchgang 2 mit 196, 5 m andeutete, was er eigentlich auf Flugschanzen drauf hat. Die Plätze 19 und 21 konnten am Ende für die beiden Bayern verbucht werden. Georg Späth wurde gar nur 30. Auch die Schweizer erlebten heute einen Dämpfer. Der noch recht gut platzierte Simon Ammann musste seiner Erkältung weiter Tribut zollen, und schloss den Einzelwettkampf auf Rang 8 ab. Auch Andreas Küttel konnte sich nicht mehr in die Top 10 schieben, und belegte am Ende Rang 13.

Morgen also noch das große Mannschaftsfliegen. Der Titel wird wahrlich unter den Österreichern, Norwegern und Finnen ausgemacht. Alle drei Teams liegen beinahe auf gleicher Höhe. Denn selbst nach dem etwas schwächeren Gesamtauftreten der Norweger heute kann man sicher sein, dass ihr Trainerfuchs Mika Kojonkoski seine Jungs noch einmal richtig einschwören wird. Start es morgen bereits um 13:45 Uhr.




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